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IALE-D Jahrestagung 30. September bis 02. Oktober 2019 an der Universität Potsdam


Programm

Das vorläufige Programm können Sie hier als PDF-Datei herunterladen

 

 

Folgende Fachsitzungen sind geplant:

Themenblock 1: Klima und Land- und Forstwirtschaft

Themenblock 2: Klima und das neue Verhältnis von urbanen und ruralen Räumen

Fachsitzung 2.1: Grüne Maßnahmen zur Anpassung an Wetterextreme in Städten 

Themenblock 3: Change Management im Klimaschutz

Fachsitzung 3.1: Action Research tools on Farming Systems, Innovations and Rural Development 

Junges Forum: Landschaftsforschung jenseits des Mainstreams

 


Weitere Informationen zu den verschiedenen Fachsitzungen und der Exkursion

 

Fachsitzung: 
Grüne Maßnahmen zur Anpassung an Wetterextreme in Städten 

Leitung: Ariane Walz, Katja Schmidt 

 

Städte kämpfen mit dem zunehmenden Auftreten von extremen Wettereignissen, wie z.B. Hitze und Starkregen. Eine Reihe von „grünen“, ökosystembasierten Maßnahmen mildert nachweislich die Belastung der Bevölkerung durch solche Wettereignisse ab. Zur Reduzierung städtischer Überhitzung tragen zum Beispiel der Ausbau von Grün- und Wasserflächen, die gezielte Anbindung hochverdichteter Stadtbereiche ins Umland, sowie Fassaden-, Dach- und Hofbegrünung bei. Typische Bespiele zur Minderung von Schäden durch Starkregenereignisse sind Entsiegelung und die Schaffung von Retentions- und Überflutungsflächen. Diese „grünen“ Maßnahmen zeichnen sich oftmals durch eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung aus, da sie das Lebensumfeld aufwerten und das Wohlbefinden in mehrfacher Hinsicht unterstützen. Gleichzeitig konkurrieren sie mit alternativen technischen Maßnahmen. 

Was bestimmt die Effektivität ökosystembasierter Maßnahmen zur Anpassung von Städten an Wetterextreme? Wie können wir diese Effektivität messen? Unter welchen städtebaulichen und institutionellen Rahmenbedingungen können sie erfolgreich umgesetzt werden? Was können wir von Fallstudien und Experimenten zu diesen Maßnahmen lernen?


Fachsitzung: 
Action Research tools on Farming Systems, Innovations and Rural Development  

 

Leitung: Johannes Schuler, Thomas Pircher, Hycenth Tim Ndah, Wiebke Wellbrock, Katharina Diehl

 

Our objective for the workshop is to connect on multi-stakeholder joint learning processes in the field of rural and agricultural landscapes, and particularly on sustainability-oriented innovations in agriculture. These processes are underpinned by the observations that: formal research has been insufficiently related to practice, science-driven innovations have remained on shelves, and farmers’ needs have not been fully integrated in the innovation generation processes related to sustainability and climate protection (i.e. through mitigation and adaptation).

In an attempt at increasing decision efficiency, there has been a growing attention towards making use of multi-stakeholder joint learning tools for facilitating decision processes within participatory multi-stakeholder groups’ activities. These joint learning tools have therefore proven to be useful as a means of data collection, analysis, exchange and results visualisation processes and have been widely used in structuring and exploring problems, and of generating qualitative and quantitative data for analysing and characterising decision spaces around agriculture, environment and rural landscapes.

By linking work from development research and innovation systems we want to create a discussion platform for designing and applying these tools in the context of climate change in the global north and south. 


Junges Forum: 
Landschaftsforschung jenseits des Mainstreams – abwegige Themen, neue Methoden 

 

Leitung: Peter Weißhuhn, Tarek Kemper

 

Ihr Artikel wurde schon das zweite Mal wegen nicht etablierter Messmethoden abgelehnt? Ihr Forschungsantrag lässt sich keiner Wissenschaftsdisziplin zuordnen und wurde deshalb von den Fachgutachtern zerrissen? Die Förderleitlinie schließt Sie wegen mangelnden wissenschaftlichen Renommees von vornherein aus?

Wer so etwas erlebt, wird sich eine Strategie zur Frustbewältigung zulegen müssen. Doch warum sollten es gerade die Ideen der Querdenker oder die innovativsten Forschungsmethoden am schwersten haben? Warum ist es immer noch so schwierig, Texte über misslungene Experimente zu veröffentlichen, von denen die Fachkollegen genauso profitieren könnten?

Das Junge Forum möchte in diesem Jahr auf der IALE-D all jenen ein Austauschformat anbieten, die sich zum Beispiel mit ihrer Dissertation oder einem anderen Forschungsprojekt thematisch oder methodisch auf ‚dünnes Eis‘ begeben haben. Nach einer etwas wissenschaftspolitischeren Einführung von Elephant in the Lab1), kommen Sie zu Wort, um aus ihrer eigenen Erfahrung mit Landschaftsforschung jenseits des Mainstreams zu berichtet. Zeigen Sie uns die Schwierigkeiten, aber auch die Unterstützung, die Sie erfahren haben, um Ihre neuartigen Ideen auszuprobieren und die Ergebnisse zu veröffentlichen. Vielleicht ist es auch interessant, Ihren Kollegen von den Auswirkungen dieses ‚verrückten‘ Projekts auf ihre (wissenschaftliche) Karriere zu berichten. War es ein Beweis der Kreativität und der Fähigkeit out-of-the-box zu denken, oder war es eher hinderlich? Am Ende wollen wir gemeinsam einen Blick voraus werfen, welche Strategien, Partner oder Finanziers dabei helfen können, die Innovationen in der Landschaftsforschung zu fördern.

Die Session richtet sich vor allem an Nachwuchswissenschaftler, aber auch an etablierte Wissenschaftler, die ebenso damit gekämpft haben (oder immer noch darum kämpfen), verrückte Forschungsideen umzusetzen und ganz neue Methoden auszuprobieren. Die eingereichten Beiträge dürfen als zusätzlicher Kurzvortrag (10 Minuten) verstanden werden und beeinflussen die Einreichung anderer Beiträge nicht. 

1) Mehr Information auf: elephantinthelab.org


Exkursion am 01.10.2019 


Landwirtschaftliche Betriebe im Klimawandel 

 

Leitung: Hubert Wiggering 

 

Programm


Busfahrt Potsdam/Golm – Dannenberg

  • Klimawandel: Landwirte – Betroffene und Verursacher
  • Besuch landwirtschaftlicher Betriebe ? Diskussion ? Können landwirtschaftliche Betriebe zum Klimaschutz beitragen? Ist 4/1000 realisierbar?
  • Erläuterungen: Landschaft/Landschaftsgenese ? Geologie ? glazigene Landschaft ? Klima ? Landnutzung ? landwirtschaftliche Nutzung


Dannenberg/Dairy Farming/Arable Farming/ Jens Petermann

Standort: Endmoräne; 25-40er Böden 

Nutzung: Ackerbau (derzeit Umstellung von konventionell auf organisch)

  • Ausgangssituation: etwa 500 mm Jahresniederschlag; regenreiche Winter, i.d.R. trockenes Frühjahr, lange Trockenperiode, Starkregenereignisse im Sommer; sandiger Standort, bedeutet in der Ackerfläche Humusanteil < 1 %, an den Randbereichen mit Blühstreifen etc. 3-4 % Humusgehalt ? auf sandigen Standorten Humusanreicherung möglich/bei richtiger Bewirtschaftung >> Senkenfunktion 
  • Rahmenbedingungen bis 2017: falsche Nutzungsansätze, zwischen 2007 und 2017 wurde versucht “den Boden fit zu machen” mit viel Aufwand ? technisch machbar/lösbar, jedoch rechnet es sich letztlich finanziell nicht
  • Fehleranalyse: nicht Landwirtschaft singulär betrachten, sondern Landnutzung und Landschaft insgesamt, Kleinstrukturen erkennen/nutzen, über Stoffströme nachdenken und diese besser nutzen


Trampe/Dairy Farming/Grassland/Arable Farming/Holger Lampe

Standort: Endmoräne, heterogene Standortgegebenheiten, Niedermoorbereiche bis hin zu Dünen/Trockenrasenareale; 15-20er Böden; teilweise 30-40er Böden 

Nutzung: vor 1945 i.w. Ackerbau; bis 1990 sowjetischer Truppenübungsplatz; ab 1990 extensives Grünland/Mutterkuhhaltung - 200 ha Fläche - 200 Mutterkühe

  • Ausgangssituation: Geschichte der Fläche bedenken (auch klimarelevant), Begehrlichkeiten Naturschutz/Biodiversität, Landschaftsbild
  • Grünlandnutzung: 

    • wetterbedingte Wechsel der Standortbedingungen
    • Managementansatz: Portionsweide; Tabuflächen (dem Naturschutz vorbehalten)
    • unterschiedliche Behandlung/Betrachtung der Teilstandorte: Niederungsbereiche/Niedermoorstandorte (dauerhaft nass, temporär trocken fallend; höher gelegene Bereiche) -> beweidet/nicht beweidet; Bachaue -> baumbestanden; partiell bewaldete Bereiche -> Übergänge zu den offenen Weideflächen

  • in der Gesamtbilanz: Mutterkuhhaltung -> Treibhausgasemissionen ? Mutterkuhhaltung -> Weidemanagement, Senkenfunktion des gemanagten Grünlandes -> Beitrag der Landwirtschaft zum Klimaschutz