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IALE-D Jahrestagung 5. bis 7. September 2018 an der Leibniz Universität Hannover


Programm

Das vorläufige Programm können Sie hier als PDF-Datei herunterladen

 

 

Folgende Fachsitzungen sind geplant:


Fachsitzungen zum Themenblock: Landschaftswandel verstehen:

Fachsitzung 1: Multidisziplinäre Wissenslücken und Ansätze für Assessments von Ökosystemen und ihren Leistungen auf Bundesland-Ebene 

Fachsitzung 6: Arbeitskreis Ökosystemleistungen 

Fachsitzung 7: Data Science

 

Fachsitzungen zum Themenblock: Landschaftswandel planen:

Fachsitzung 2: Place Branding – Ansätze zu einem kulturlandschaftsbasierten Branding von Regionen 

Fachsitzung 5: Stadtgrün im Wandel – Planungsstrategien und Managementansätze 

 

Fachsitzungen zum Themenblock: Landschaftswandel realisieren:

Fachsitzung 1: Stadt-Land-Verflechtungen – Interaktionen, Prozesse und Funktionen

Fachsitzung 8: Akteure und der Wandel von Kulturlandschaften: Prozesse analysieren, initiieren und vermitteln 

Fachsitzung 7: Anwendung von Ökosystemleistungen

 


Weitere Informationen zu den verschiedenen Fachsitzungen und Exkursionen

 

Fachsitzung 1: 
Stadt-Land-Verflechtungen – Interaktionen, Prozesse und Funktionen

 

Leitung: Werner Rolf, Tobias Plieninger

 

Die Funktionen von Landschaften in ländlichen Gebieten sind divers. Sie sind nicht nur Lebens- und Wirtschaftsraum der ländlichen Bevölkerung und dienen Organismen als Naturraum, sondern übernehmen auch eine wesentliche Versorgungsfunktion für den urbanen Raum, wie z.B. zur Nahrungsmittelsicherung, als Rohstoffproduzent und zur Energieerzeugung oder auch als Erholungslandschaften. Darüber hinaus stellen sie vielfältige regulierende Funktionen bereit, z.B. zum Klima- und Wasserhaushalt. Die Landwirtschaft ist hierbei einer der flächenwirksamsten Landnutzer und nimmt bei diesen Verflechtungsprozessen eine besondere Rolle ein. Da hierbei Interaktionen auf Akteursebene wichtig sind, können transdisziplinäre Ansätze helfen, unterschiedliche Interessen und Konflikte zu berücksichtigen, Synergien, integrative Ansätze und multifunktionalen Konzepte entwickeln, um die Nahrungsmittelproduktion mit der Erhaltung der Biodiversität, Ökosystemleistungen und weiteren gesellschaftlichen Nutzen in Einklang zu bringen. Die Fachsitzung möchte Ansätze und Fallbeispiele aus Forschung und Praxis diskutieren, die sich mit Prozessen, Funktionen und Interaktionen zwischen Stadt und Land auseinandersetzen und hierbei einen Fokus auf landwirtschaftliche Systeme legen. Hierzu zählen beispielsweise Kooperationsmodelle zum nachhaltigen Landschaftsmanagement und zur Nahrungsmittelproduktion, innovative Ansätze zum Erhalt und zur Entwicklung traditioneller Kulturlandschaften oder weitere Ausprägungen peri-urbaner Landwirtschaft.


Fachsitzung 2: 
Place Branding – Ansätze zu einem kulturlandschaftsbasierten Branding von Regionen 

 

Leitung: Daniela Kempa, Sylvia Herrmann, Birgit Böhm

 

Landschaftsqualität und die damit verbundene Lebensqualität werden zu einem immer wichtigeren Standortfaktor im Wettbewerb der europäischen Regionen. Um diese „weichen“ Standortfaktoren gezielt für das eigene Image nutzen zu können, fehlt jedoch häufig eine systematische Analyse der Landschaftsqualitäten und deren  Kommunikation in die Bevölkerung. Denn erst wenn die ortsansässige Bevölkerung sich mit ihrer Kulturlandschaft identifiziert, um deren Qualitäten weiß und diese erhält, kann auch ein entsprechendes Außenbild/ Image erzeugt bzw. aufgebaut werden. 

Dieses Ziel wird im Projekt Regiobranding verfolgt. Unter einem Branding versteht man im Allgemeinen die Entwicklung von Alleinstellungsmerkmalen im Wettbewerb von Produkten, Marken und Orten, wobei spezielle Qualitäten herausgestellt werden. Das besondere an der neuen Form des Regiobrandings ist die Verknüpfung von Landschaftsqualitäten mit dem regionalen Selbstbild zu einem identitätsstiftenden nachhaltigem „Kulturlandschafts-Branding“. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Ausgestaltung des Prozesses und dessen Anwendbarkeit in teils sehr unterschiedlich aufgestellten Regionen. Um diesen Unterschieden methodisch Rechnung zu tragen werden neben der Kulturlandschaft selbst auch  ihre Wechselwirkungen zu den siedlungs-, wirtschafts- und sozialstrukturellen Potenzialen in den Blick genommen.

In der geplanten Fachsitzung können Prozessbeobachtungen, Methodenentwicklungen  sowie praktische Beispiele vorgestellt werden, die sich mit der Inwertsetzung von Kulturlandschaftsqualitäten beschäftigen und deren Nutzung in der Regionalentwicklung und/ oder im Sinne eines Place Brandings. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Darstellung der Prozesse, ihrer zeitlichen Abfolge und angewendeten Methoden. Ziel der Sitzung ist ein lebhafter Austausch zu den Themen Place Branding, regionale Identitäten und Imagebildung von Regionen, um einen besseren Überblick über den Stand des Wissens in Deutschland zu erlangen. Gleichzeitig soll auch die Anwendbarkeit der Prozesse für Regionen mitgedacht und diskutiert werden. Zielgruppe sind WissenschaftlerInnen aller Fachdisziplinen, die sich mit diesen Themen beschäftigen und interessierte Praktiker. 


Fachsitzung 3: 
Multidisziplinäre Wissenslücken und Ansätze für Assessments von Ökosystemen und ihren Leistungen auf Bundesland-Ebene 

 

Leitung: Bastian Steinhoff-Knopp, Christian Albert, Benjamin Burkhard, Jörg Dietrich, Kristian Förster

 

Die Erfassung und Bewertung von Ökosystemleistungen (oftmals im Rahmen sog. Ökosystem Assessments) kann dazu beitragen, die Vielfalt und Bedeutung verschiedener Leistungen von Ökosystemen und ihre Nutzen für Menschen sichtbar zu machen. Um ein breites Spektrum von Ökosystemleistungen sowie deren Beiträge zu menschlichem Wohlergehen berücksichtigen zu können, sind solche Assessments in der Regel multi- bis transdisziplinär angelegt. Bestehende Assessments fokussieren oftmals auf die lokale bis regionale Ebene (Gemeinden, Stadtregionen) oder werden auf nationaler Ebene vorgenommen. Seltener werden Assessments auf der mesoskaligen Ebene (bspw. Flusseinzugsgebiete oder Bundesländer in Deutschland) durchgeführt. Assessments von Ökosystemen und ihren Leistungen auf der Ebene der Bundesländer könnten als Bindeglieder zwischen den Bewertungen der über- und untergeordneten Ebene eine wichtige Ergänzung darstellen. Entsprechende Assessments könnten beispielsweise in der Politikberatung, der räumlichen Planung und der Kommunikation von Umweltkonflikten eingesetzt werden.


Fachsitzung 4: 
Akteure und der Wandel von Kulturlandschaften: Prozesse analysieren, initiieren und vermitteln 

 

Leitung: Sylvia Herrmann, Christiane Meyer, Jens Ibendorf

 

Bedingt durch die Intensivierung der Landbewirtschaftung, die zunehmende Versiegelung von Flächen, die demografischen Veränderungen, aber auch durch den Klimawandel oder die Nutzungsaufgabe befinden sich Kulturlandschaften seit Jahren in rasanter Veränderung. Dieser Wandel wird häufig primär aus landschaftsökologischer und/oder ressourcenbezogener Sicht betrachtet. Kulturlandschaften werden aber vor allem durch den Menschen geprägt und ihr Fortbestand unterliegt daher stark dem menschlichen Einfluss. Heutige Wahrnehmung von Kulturlandschaften, Bedeutungszuweisungen und Werthaltungen müssen stärker in den Mittelpunkt der Forschung und Planung gerückt werden, ebenso wie die Möglichkeiten der Gestaltung und zukünftigen Entwicklung von Kulturlandschaften.

Folgenden Fragen müssen dazu beantwortet werden:

  • Wie nehmen unterschiedliche Akteure die Kulturlandschaft wahr?
  • Wie kann die akteursbezogene Wertschätzung von Kulturlandschaft ermittelt werden?
  • Wie können Prozesse zur Wertschätzung von Kulturlandschaften initiiert werden?
  • Welche Methoden zur Wissensvermittlung werden dazu benötigt?

Dazu können Prozessbeobachtungen, Methodenentwicklungen, Beteiligungsformate sowie praktische Beispiele vorgestellt werden. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Analyse und Vermittlung für unterschiedliche Ziel- bzw. Akteursgruppen. Die Vorstellung innovativer Formate des Wissenstransfers und der Aktivierung von Akteuren sind besonders erwünscht.


Fachsitzung 5: 
Stadtgrün im Wandel – Planungsstrategien und Managementansätze 

 

Leitung: Stefan Rüter, Meike Levin-Keitel

 

Die Entwicklung von qualitativ hochwertigen Grünflächen im urbanen Raum gewinnt zunehmend an Bedeutung. Grünflächen erfüllen wichtige soziale Funktionen als Lebens-, Kommunikations- und Aufenthaltsorte für die Bevölkerung. Stadtgrün dient zudem als Lebensraum für zahlreiche, z.T. gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Darüber hinaus tragen Grünflächen zur Verbesserung des Bioklimas und zur Ästhetik unserer Städte bei und leisten einen wertvollen Beitrag zum Wohlbefinden und zur Gesundheit des Menschen. Sie sind integraler Bestandteil lebenswerter Städte und wichtiger ökonomischer, ideeller und kultureller Ankerpunkt im stark verdichteten urbanen Raum. Den steigenden Anforderungen an die Qualität von Grünflächen stehen häufig sinkende Mittel für die Planung und Gestaltung entgegen. Gefordert werden daher eine Trendumkehr und ein Paradigmenwechsel im Umgang mit Stadtgrün. Um die ökologischen, sozialen, ästhetischen und gesundheitlichen Funktionen zu erhalten oder neu zu entwickeln bedarf es integrierter Planungs- und Managementansätze. Hierbei sind fach- und ressortübergreifende Konzepte erforderlich, welche sich nicht ausschließlich an die lokale Verwaltung richten, sondern eine Vielzahl an Akteuren im Stadtgebiet mit einschließen. Ziel der Fachsitzung ist es, aktuelle Methoden und Fallbeispiele zur Analyse, Planung und Gestaltung von städtischen Grünflächen aus Forschung und Praxis zu diskutieren. Thematisiert werden u.a. Ansätze zur Analyse von Biodiversität, Ökosystemleistungen und dynamischen sozial-ökologischen Systemen im urbanen Raum.


Fachsitzung 6: 
Arbeitskreis Ökosystemleistungen 

 

Leitung: Marion Kruse


Wie in den vergangenen Jahren besteht auch für diese Jahrestagung die Möglichkeit im Rahmen der Arbeitsgruppe Ökosystemleistungen neue Projekte, Projektergebnisse, aber auch aktuelle Publikationen, Methoden sowie Software & Tools rund um das Thema Ökosystemleistungen vorzustellen und zu diskutieren. Die Arbeitsgruppe ist offen für neue Mitglieder und deren Beiträge. 


Fachsitzung 7: 
Data Science 

 

Leitung: Angela Lausch 

 

Umweltforschung, Landschaftsplanung sowie Landschaftsbewertung sind essential, um die Gesundheit, Stabilität sowie Resillience unserer Landschaften zu schützen. Jedoch sind die Interaktionen zwischen den Treibern, Stress, Störungen und Ecosystem Funktionen enorm komplex, multidimensional, oftmals nicht linear und nur in wenigen Teilen verstanden. In Umweltforschung, Planung und Bewertung existieren eine Vielzahl von lang etablierten und standardisierten Verfahren, welche jedoch oftmals nicht den zukünftigen Erfordernissen der Informations-und digitalen Wissensverarbeitung des 21 Jahrhunderts entsprechen. Im Symposium wird der neue Arbeitskreis „Data Science in Umweltforschung, Planung und Bewertung“ vorgestellt. Es soll diskutiert werden, welche Erfordernisse und Lösungsansätze, Ideen und Konzepte für die Entwicklung einer zukünftigen „Umwelt 4.0“ des 21. Jahrhunderts notwendig sind.  


Fachsitzung 8: 
Anwendung von Ökosystemleistungen

 

Leitung: Johannes Hermes, Felix Neuendorf

 

Das Konzept der Ökosystemleistungen kommt in Deutschland zunehmend in Forschung und Praxis der Landschaftsökologie, dem Naturschutz, der Landschaftspflege und der Landschaftsplanung zum Einsatz. Aus der Integration des Ökosystemleistungsansatzes könnten verschiedene Vorteile entstehen, wie bspw. die Bereitstellung zusätzlicher Argumente für den Naturschutz. Unter Umständen kann eine Nutzung des Ökosystemleistungskonzepts jedoch auch gewisse Nachteile mit sich bringen, etwa wenn es um erhöhten Daten- und Ressourcenbedarf für umfangreichere Analysen geht. Ziel dieser Fachsitzung ist es, einen Einblick in aktuelle Projekte zur Anwendung des Ökosystemleistungskonzepts in Praxis und Forschung zu bieten. Darüber hinaus soll auf Basis der gemachten Erfahrungen diskutiert werden, welche Potenziale das Ökosystemleistungskonzept für die Planung und insbesondere die Umsetzung von Zielen und Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege bietet.  

 

 


Exkursionen 


Exkursion 1: Multifunktionale Landnutzung am Kronsberg 

 

Leitung: Michael Rode 

 

Die Exkursion führt in den suburbanen Landschaftsraum Kronsberg. Die Entstehung eines neuen Stadtteils am Westhang und die Erweiterung des Messegeländes im Südwesten im Vorfeld der Expo 2000 veränderten das Gesicht des Kronsberges in diesen Bereichen grundlegend. Auch die verbliebene, fast ausschließlich ackerbaulich genutzte Landschaft des Kronsberges war über ein städtebaulich-landschaftsplanerisches Gesamtkonzept starken Veränderungen unterworfen. 

Freiflächen im suburbanen Bereich von Städten sind einem ungleich stärkeren Nutzungsdruck ausgesetzt als Kulturlandschaften im ländlichen Raum. Bedingt durch den Flächenverbrauch durch Erweiterung von Siedlungsflächen und eine hohe Bevölkerungsdichte in den angrenzenden städtischen Bereichen ist die Nutzung verbleibender Freiflächen der Landschaft durch Naherholung und Landwirtschaft intensiviert. Naturnahe und extensiv genutzte Bereiche sind auf wenige Reste reduziert, die zudem meist isoliert sind. Eine segregative Landnutzung durch Naherholung, Landwirtschaft und Naturschutz erschwert den Schutz verbliebener Freiflächen vor weiterem Flächenverlust und Zersiedelung.  

Vor diesem Hintergrund werden seit den 90ger Jahren am Kronsberg Strategien getestet, die es ermöglichen, wertvolle Freiflächen im suburbanen Bereich zu schützen und zu entwickeln. Ausgangspunkt ist dabei der Gedanke, dass sich in der Konkurrenz zu anderen Flächennutzungen wertvolle suburbane Landschaften effizienter als bisher erhalten lassen, wenn mit ihrer Erhaltung verbundene synergistische Mehrfachwirkungen für Naturschutz, Naherholung und Landwirtschaft nachweisbar und zudem ökonomisch tragfähig sind. Anhand der Entwicklung der Gesamtlandschaft und verschiedener Landschaftselemente (Allmende, Aufwaldungen, Aussichtshügel, Wegränder und Säume, ökologisch und konventionell bewirtschaftete landwirtschaftliche Flächen) werden das sich daraus ergebende Konzept der multifunktionalen Landnutzung und in der Praxis zwischen den drei Landnutzungen auftretende Synergismen und Konflikte vorgestellt. 

 

 

Exkursion 2: Herrenhäuser Gärten

 

Leitung: Joachim Wolschke-Bulmahn

 

Die Herrenhäuser Gärten. Spästens bekannt, seitdem Barack Obama und Angela Merkel im Schloss Herrenhausen dinierten. Die Herrenhäuser Gärten umfassen ein Areal von mehreren zusammenhängenden Einzelgärten, dem Großen Garten, dem Georgengarten, dem Berggarten und dem Welfengarten. Dieses Gesamtareal ist einzigartig in Europa und wurde 2015 mit dem "Europäischen Gartenpreis" als bester historischer Garten Europas ausgezeichnet. Das Gartenensemble hat eine bewegte Geschichte, die eng an die Welfengeschichte in Hannover gebunden ist und in den letzten Jahrhunderten unterschiedliche Entwicklungen vollzog. Die Herrenhäuser Gärten vereinen drei Stilrichtungen der Gartenkunst in einem einzigartigen historischen Ensemble. Im wieder errichteten Schloss gibt das Museum Schloss Herrenhausen Einblicke in die Entstehungszeit und Entwicklung Herrenhausens. Gleichzeitig wird das Schloss als Tagungsstätte der VW-Stiftung für verschiedenste wissenschaftliche, aber auch andere Veranstaltungen genutzt. Der Große Garten beeindruckt mit barocken Ornamenten und prächtigen Wasserspielen. Im Berggarten sind botanische Schätze und Schauhäuser mit blühenden Orchideen und exotischen Pflanzen zu entdecken. Der im 19. Jahrhundert angelegte Georgengarten ist ein idyllischer Landschaftsgarten.

Während der Exkursion werden wir der Historie der Gärten folgen, Fragen der Nachhaltigkeit und des Naturschutzes des Ensembles nachgehen und welche Rolle die Herrenhäuser Gärten im sich verdichtenden Stadtbild einnehmen können.