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IALE-D Jahrestagung 30. September - 02. Oktober 2019 an der Universität Potsdam 


Teilnehmer*innen der IALE-D Jahrestagung 2019 in Potsdam
Teilnehmer*innen der IALE-D Jahrestagung 2019 in Potsdam
Uta Steinhardt begrüßt die Tagungsteilnehmer*innen
Wissenschaft trifft Politik trifft Planungspraxis - Hubert Wiggering moderiert die Diskussionsrunde mit Claudia Henze von der Regionalen Planungsgemeinschaft Uckermark/Bar und Ralf Christoffers ehemaliger Minister für Wirtschaft in Brandenburg
Exkursionstag, Diskussion der Bedeutung des Grünlands für den Klimaschutz
Musikalische Untermalung des Abendprogramms durch Gudrun Anders

Nachlese IALE-D Jahrestagung 2019 - Landschaft im Klimaschutz

von Hubert Wiggering und Uta Steinhardt

Vom 30. September bis zum 02. Oktober 2019 wurde seitens der Arbeitsgruppe Landwissenschaften am Institut für Umweltwissenschaften und Geographie der  Universität Potsdam für die deutsche Sektion der International Association for Landscape Ecology (IALE-D) die Jahrestagung unter dem Titel `Landschaft im Klimaschutz` ausgerichtet. Die Veranstalter wollten mit dieser thematischen Ausrichtung aufzeigen, dass Fragen des Klimawandels und Klimaschutzes möglichst im Land-schaftskontext und damit viel systemischer als bisher betrachtet und gelöst werden müssen. Damit wird den Landnutzern als Betroffene des Klimawandels wie auch als aktive Partner bei der Entwicklung von Produktionsabläufen, die direkt auf klimarelevante Prozesse einwirken, eine besondere Rolle zugedacht. In den Vorträgen wurde immer wieder aufgezeigt, welche Lösungsansätze aus den Wissenschaften heraus zusammen mit den Landnutzern entwickelt werden können.
 
Indem aber zunächst die dramatische Situation aufgezeigt wurde, in der wir uns bezüglich des Klimawandels und der weitgehend fehlenden Bereitschaft wie auch teilweise fehlenden Möglichkeiten diesem entgegenzuwirken befinden, wurde ebenso die Notwendigkeit des Handelns in Richtung durchaus auch drastischer Einschnitte und Veränderungen deutlich aufgezeigt. Von Vertretern der Politik wurde dabei sehr ehrlich deutlich gemacht, dass die Politik nicht zwanghaft Bremsklotz solcher Diskussionen sein muss, sondern auf allen politischen Ebenen vielfältige Möglichkeiten des Handeln bestehen, auch wenn viel zu oft davor gescheut wird, diese Wege zu gehen.

Im Rahmen der Tagung wurde aber auch herausgearbeitet, dass die Diskussionen um Transformationen und Change Management-Ansätze keine Legitimation gewähren, abzuwarten und in bestehenden Situationen zu verharren und unser Handeln nicht zu verändern. Zahlreiche Vorträge und Poster haben gezeigt, dass in vielen Teilbereichen und –zuständigkeiten Verbesserungsansätze zur Reduktion von Treibhausgasen wie auch zur Anpassung an den Klimawandel verfügbar sind und weiterentwickelt werden. Insbesondere für die landwirtschaftliche Produktion in der Fläche wie auch für die zukünftige Nutzung urbaner und periurbaner Räume gibt es Lösungsansätze, die gleichermaßen auf Ressourceneffizienz allgemein, auf Umwelt- und Klimaschutz oder insbesondere auch auf Biodiversität abzielen, wie auch auf ein Wohlgefühl, in diesen Landschaften zu leben. Unterstrichen wurde dies im Rahmen einer Exkursion in den vorrangig landwirtschaftlich genutzten Landkreis Barnim, wo Beispiele aufgezeigt werden konnten, wie die Ansprüche von Landnutzern sowie von Natur- und Klimaschützern zusammenfinden können.

Besonders hervorzuheben gilt dabei nochmals, dass viel Vorträge deutlich machen konnten, dass Klimaschutz nicht singulär betrachtet und verfolgt werden sollte, sondern in dem Kontext anderer Nutzungsmöglichkeiten und –interessen seinen Platz finden sollte und damit viel effizienter sein kann. Wünschenswert wäre gewesen, hier stärker als es gelungen ist, eine Diskussion um die Bedeutung ganzer Umweltsysteme und Landschaften im Kontext des Klimaschutzes im Rahmen der Veranstaltung hereinzuholen und damit gerade die Expertise aus der Landschaftsökologie stärker einzubeziehen. Gleichwohl wurde deutlich, dass es dazu gelingen muss, weit über den zarten Versuch im Rahmen dieser Tagung hinausgehend, die einzelnen Akteure zusammen an den Tisch zu holen, um gemeinsam Lösungsansätze zu finden und über den Versuchsstatus von wissenschaftlichen Projekten hinweg eine dauerhafte, effektive Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen zu erreichen.