International Association for Landscape Ecology – Region Deutschland (IALE-D)

IALE-D Jahrestagung | Überblick zu den Fachsitzungen

Geplante Sessions der IALE-D Jahrestagung 2026 in Hildesheim

Es wurden 5 Symposien und 3 Workshops eingereicht. 

Über unser Online-Formular können Sie Ihren Beitrag zur IALE-D Mitgliederversammlung anmelden.

Die Vorlage für die Kurzfassung können Sie rechts herunterladen.

Uni_neubau_Foto_Clemens_Heidrich © Clemens Heidrich

Anmeldefrist für Ihren Beitrag

01.05. bis 30.06.2026

IALE-D Jahrestagung | Übersicht der Sessions

Symposien

Martin Sauerwein, Stefan Zerbe

Symposium 1: Nachhaltige Landnutzung in traditionellen Kulturlandschaften

In ganz Europa sind traditionelle Kulturlandschaften oder zumindest einige ihrer Elemente nach wie vor weit verbreitet. Nationalparks und Biosphärenreservate spiegeln dies oft wider. Andererseits werden, z.B. in Südosteuropa, große Teile der Kulturlandschaften nach wie vor auf traditionelle Weise bewirtschaftet, vor allem durch Bewirtschaftungssysteme mit geringem Input. Aufgrund des sozioökonomischen Wandels, der auch mit der aktuellen europäischen Landnutzungspolitik zusammenhängt, werden diese traditionellen Kulturlandschaften entweder intensiviert und in Landnutzungssysteme mit hohem Input umgewandelt  oder sie werden aufgegeben. In der Fachsitzung sollen traditionelle Kulturlandschaften in Europa aus multidisziplinärer Perspektive im Mittelpunkt stehen. Willkommen sind lokale oder regionale Beiträge, die sich aus disziplinärer oder landschaftsökologischer Sicht empirisch mit Fragen nachhaltiger Landnutzung oder Landnutzungsstrategien beschäftigen. Als Format sind Vorträge mit Diskussionen geplant.

Laura Horstmann, Christian Albert

Symposium 2: Schwammlandschaften als integrativer Ansatz der Klimaanpassung: Analyse, Planung und Governance

Schwammlandschaften adressieren zentrale Herausforderungen der Landschaftsentwicklung im Klimawandel: zunehmende Variabilität von Wasserverfügbarkeit und veränderte Abflussregime. Sie stärken Retentions- und Speicherfunktionen von Böden, Grundwasser und Oberflächengewässern und puffern hydrologische Extreme. Im Unterschied zu punktuellen Maßnahmen verfolgt der Ansatz die räumlich integrierte Entwicklung funktionaler Zusammenhänge im Landschaftsmaßstab. Die Fachsitzung stellt Ansätze zur Analyse, Planung und Umsetzung von Schwammlandschaften vor und diskutiert deren Beitrag zur Klimaanpassung. Beiträge aus Forschung und Praxis verbinden konzeptionelle, methodische und anwendungsbezogene Perspektiven mit zentralen landschaftsökologischen Fragestellungen zu Wechselwirkungen zwischen Landnutzung, hydrologischen Prozessen und Ökosystemfunktionen über verschiedene räumliche Skalen. Im Mittelpunkt stehen folgende Leitfragen: Erfassung und Bewertung: Wie können wasserhaushaltsbezogene Funktionen auf Landschaftsebene differenziert erfasst und bewertet werden, und welche Indikatoren eignen sich zur belastbaren Quantifizierung ihres Klimaanpassungsbeitrags?

• Planung und Integration: Wie lassen sich integrative räumliche Konzepte entwickeln, die naturbasierte Maßnahmen kohärent kombinieren? 

• Implementierung und Governance: Welche institutionellen und rechtlichen Rahmenbedingungen beeinflussen die Umsetzung und welche Governance-Ansätze überwinden Implementierungshemmnisse?

Claudia Bethwell, Sandra Krengel, Jörn Strassemeyer, Tobias Conradt, Joachim Aurbacher, Christine von Buttlar, Ralph Bloch, Michael Glemnitz

Symposium 3: Anpassung an den Klimawandel in Agrarlandschaften: Regionale und partizipative Ansätze

Der Klimawandel zeigt sich in Deutschland vor allem im Temperaturanstieg, der sich seit 1990 verstärkt hat. Die Dekade 2012–2021 war um ca. 1.5°C wärmer als das Mittel des 20. Jahrhunderts. Solche klaren Trends gibt es in den jährlichen Niederschlagssummen nicht, jedoch saisonale Verschiebungen hin zu nasseren Wintern und trockeneren Sommern. In Kombination mit einem Trend zu höherer Verdunstung ergibt sich daraus eine große Herausforderung für die Landwirtschaft. Aus dem globalen Prozess ergibt sich lokaler Handlungsbedarf mit verschiedenen Fragen: 

•  Wie kann sich die Landwirtschaft an den Klimawandel bestmöglich anpassen? 

•  Wie sehen regionale Lösungen aus? 

•  Wie können ökonomische und ökologische Tragfähigkeit gewährleistet, bewertet, optimiert werden und welche Handlungsfelder sind regional relevant? 

• Und wie kann der Wissenschafts-Praxis-Dialog effektiv geführt werden? 

Regional passfähige Lösungen für Landwirtschaftssysteme benötigen integrative Ansätze, weil die Manifestation des Klimawandels komplex ist und landwirtschaftliche Betriebe weiteren Anforderungen gerecht werden müssen.

Malte Viergutz, Christian Albert

Symposium 4: Landschaftsrahmenplanung im Wandel: Stand, Trends und Innovationen im deutschsprachigen Raum

Die Landschaftsrahmenplanung steht vor neuen Herausforderungen: Klimaanpassung, Biodiversitätskrise sowie veränderte Anforderungen an Flächennutzung und Governance erfordern eine Weiterentwicklung ihrer Inhalte, Methoden und Umsetzungsstrategien.
Das Symposium widmet sich dem aktuellen Stand sowie den Entwicklungstendenzen der Landschafts- und Landschaftsrahmenplanung im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus. Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven aus Wissenschaft und Planungspraxis zusammenzuführen und einen Überblick über aktuelle Trends und Innovationen zu gewinnen.
Wir laden Beiträge ein, die sich konzeptionell, methodisch oder empirisch mit der Landschafts(rahmen)planung befassen. Willkommen sind insbesondere:

• konzeptionelle Beiträge zur Weiterentwicklung von Zielen, Leitbildern und Funktionen der Landschaftsrahmenplanung,

• methodische Beiträge zu Analyse-, Bewertungs- und Planungsansätzen,

• empirische Studien zu aktuellen Planwerken, Umsetzungsprozessen und Wirkungen in der Praxis,

• vergleichende Beiträge mit Perspektiven aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und darüber hinaus.

Das Symposium bietet Raum für Austausch und Diskussion zu Gemeinsamkeiten, Unterschieden und übertragbaren Ansätzen. In einer abschließenden Diskussion werden zentrale Herausforderungen, Weiterentwicklungsbedarfe und Perspektiven einer zukunftsfähigen Landschafts(rahmen)planung herausgearbeitet.

Aude Zingraff-Hamed, Mohammed Maanan

Symposium 5: Artificial Intelligence for Nature-Based Solutions: Innovations in Monitoring, Modeling, and Planning

This session explores the application of artificial intelligence (AI) to advance nature-based solutions (NbS). It builds on first short scientific presentation, and second an explorative workshop. We invite contributions that demonstrate how AI techniques — such as machine learning, computer vision, remote sensing, and predictive modelling — can support the design, implementation, monitoring, and scaling of NbS across terrestrial, freshwater, coastal, and urban ecosystems. Relevant topics include, but are not limited to, biodiversity assessment, ecosystem restoration, climate adaptation and mitigation, sustainable land and water management, and disaster risk reduction. Submissions may present novel methodologies, applied case studies, interdisciplinary approaches, or critical perspectives on the opportunities and limitations of AI in this context. We particularly encourage work that integrates ecological knowledge with data-driven approaches, addresses issues of uncertainty, bias, and transparency, or demonstrates real-world impact and scalability. 

This symposium aims to foster collaboration across disciplines and sectors, highlighting how AI can responsibly and effectively enhance the role of nature-based solutions in achieving resilient and sustainable futures. – English Session

IALE-D Jahrestagung | Übersicht der Sessions

Workshops

Franziska Komossa, Gerrit Jan Carsjens, Uta Schirpke

Workshop 1: Vom Konzept zur Umsetzung: Räumliche Konzepte als Grundlage wirksamer Planungsstrategien für Kulturlandschaften

Räumliche Konzepte haben die strategische Landnutzungsplanung lange geprägt – darunter ökologische Netzwerke, Grüngürtel oder städtische Fingerstrukturen. Dennoch bleibt unklar, wie diese Konzepte heute verwendet werden, welche Vielfalt und Struktur sie aufweisen und wie sie in der aktuellen Planungspraxis konkret operationalisiert werden können. Im Workshop werden wir: 

• eine Bandbreite räumlicher Konzepte erkunden und klassifizieren, 

• untersuchen, wie sich aus diesen Konzepten Planungsregeln ableiten lassen, die von den Interessen verschiedener Akteur:innen (einschließlich nicht-menschlicher) informiert sind. 

Diese Regeln bestimmen wiederum Prioritäten und akzeptable Zielkonflikte im Sinne von Mensch, Umwelt und Wirtschaft, – unterschiedliche Wege zur Umsetzung dieser Regeln diskutieren, etwa Zonierung oder GIS‑basierte Eignungsanalysen, und überlegen, welche Governance‑Instrumente die Implementierung am besten unterstützen. Ziel der Session ist die Entwicklung eines konzeptionellen Rahmens, der räumliche Konzepte und zugehörige Regeln mit praktischen Planungsstrategien auf verschiedenen Governance‑Ebenen verbindet. 

Wir laden Planer:innen, Ökolog:innen und Landschaftsforscher:innen ein, die zu Konzepten, Regeln und/oder Instrumenten der strategischen räumlichen Planung arbeiten. 

Format: Workshop mit Flashtalks (5 Minuten), Gruppenarbeit und Diskussion Dauer: 3-4 Stunden Ziel: Perspective paper für Landscape Online.

Werner Rolf, Ulrich Walz, Hans-Georg Schwarz-v. Raumer

Workshop 2: Landschaftshistorischer Bildvergleich als Werkzeug für die Transformation von Kulturlandschaften: Historische Fotografien als Schlüssel zur zukunftsfähigen Landschaftsentwicklung

Die Arbeitsgruppe „Landschaftszeitreisen“ der IALE-D lädt zu einem interaktiven Elevator Pitch ein, der die Potenziale historischer Landschaftsfotografien für die Landschaftsentwicklung diskutiert. Im Fokus steht die Frage, wie vergleichende Fotodokumentationen nicht nur vergangene Landnutzungen und Strukturen sichtbar machen, sondern auch als analytisches Werkzeug und Inspirationsquelle für zukunftsfähige, nachhaltige, sozial-ökologische Landschaftskonzepte dienen können. 

Der Pitch richtet sich an Wissenschaftler:innen, Planer:innen, Praktiker:innen und Landschaftsfotograf:innen an der Schnittstelle von Landschaftsentwicklung, Naturschutz und gesellschaftlichem Wandel. Alle Beiträge – von klassischen Anwendungen in der Landschaftsplanung über fotografische Finessen bis hin zu digitalen Methoden der KI-basierten Bildanalyse oder Big Data – sind herzlich willkommen. Zum Auftakt werden Beispiele aus digitalen Archiven vorgestellt, die historische und aktuelle Fotografien derselben Standorte vergleichend präsentieren. 

Wir laden herzlich zur Einreichung kurzer Impulsvorträge (je 5 Minuten) ein. Darauf aufbauend bietet eine offene Austauschrunde Raum, um konkrete Aktivitäten und Projektideen zu entwickeln sowie innovative Ansätze für eine nachhaltige Landschaftsentwicklung aktiv voranzutreiben.

Madleen Herbold, Dennis Ansorge, Victoria Dabisch - Studentische Initiative 'Klimawald Höxter'

Workshop 3: Monitoring-Bausteine für eine Klimawald-Lernlandschaft – Ein Reallabor für forschendes Lernen

Im Rahmen der Initiative „Klimawald Höxter” haben Studierende der Landschaftsarchitektur seit 2020 auf einer Fläche von rund 10 Hektar über 8.000 Bäume gepflanzt. Doch wie entwickeln sich diese neuen Wälder an den verschiedenen Standorten? Wie vital sind die verschiedenen Baumarten? Wie verändert sich die Biodiversität und das Mikroklima? Und wie werden diese Wälder von der Bevölkerung wahrgenommen? In diesem interaktiven Workshop möchten wir Studierende gemeinsam mit Expert:innen aufbauend auf erste Ideen konkrete „Monitoring-Bausteine“ entwickeln, um Zustände und Entwicklungen zu beobachten und zu vergleichen. Damit sollen Hinweise für die Entwicklung zukunftsfähiger Wälder geliefert und forschendes Lernen gefördert werden.

Aufbauend auf Impulsreferaten sollen verschiedene Dimensionen diskutiert werden:

• zur ökologischen Vitalität und Biodiversität wie Baumgesundheit und Artenvielfalt.

• zu physikalischen Parametern und Mikroklima wie Temperatur, Feuchtigkeit und Boden,

• zur Bioakustik und KI, beispielsweise zur automatisierten Erfassung von Tierstimmen und Vegetationszuständen.

• Partizipative Ansätze, z. B. zur Wahrnehmung und Akzeptanz in der Bevölkerung.

Wir freuen uns über Kurzbeiträge anderer Projekte und Initiativen sowie aller anderen Interessierten und auf eine spannende Diskussion im Anschluß!

Ziele des Workshops ist die Förderung von Methodenvielfalt, die Entwicklung praxistauglicher Ansätze zur Integration komplexer Daten (z. B. aus Sensorik oder KI) sowie die Stärkung partizipativer Elemente. Als Ergebnis entsteht ein Katalog konkreter, erprobter Methoden, der Studierenden als Basis für ihre eigenständigen Monitoring-Konzepte dient. Zudem soll ein Austausch mit anderen Initiativen entstehen, und ein Netzwerk aus Studierende, Praktiker:innen und Wissenschaftler:innen geknüpft werden, das den langfristigen Begleitprozess des Projekts unterstützen kann.